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Schnuller und Daumenlutschen: Das sind die Spätfolgen für Zähne und Kiefer

Es gibt wohl kaum ein Kleinkind, das ganz ohne Schnuller oder Daumenlutschen aufwächst. Lange wurden aber dessen Auswirkungen auf das Gebiss unterschätzt oder nicht erkannt.

Wir informieren Sie in unserem heutigen Blogeintrag über die Folgen von Schnullern und was Sie als Eltern unbedingt beachten sollten.

Die gesunde Gebissentwicklung

Viele Faktoren spielen für eine gesunde Gebissentwicklung eine Rolle. Ein Hauptpunkt ist, dass durch Muskelzug das Wachstum des Kieferknochens angeregt wird und der Unterkiefer in die richtige Lage nach vorne geschoben wird. Diese positive Einwirkung beginnt schon beim Saugen des Babys an der Brust oder am Fläschchen. Der Druck, der beim Saugen erzeugt wird, sorgt für das Wachstum des Kiefers und die Vorverlagerung des Kinns.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das regelhafte Durchbrechen der Zähne im Zahnbogen. Dies beginnt meist mit sechs Monaten. Die unteren Schneidezähne brechen in der Regel als erstes durch. Mit dem Zahndurchbruch kommt es zu den sogenannten Bisshebungen. Das bedeutet, dass sich der Abstand zwischen Ober- und Unterkiefer vergrößert.

Mit dem Heranwachsen der Kieferknochen und dem Durchbrechen der Zähne ändert sich auch das Schluckverhalten. Liegt beim Säugling die Zunge beim Schlucken noch zwischen den Zähnen, ändert sich dies im Alter von circa vier bis fünf Jahren. Dann wird das sogenannte viszerale vom somatischen Schluckmuster abgelöst. Die Zunge liegt dann entspannt im Zungengrund.

Beeinflussung der Gebissentwicklung durch Schnuller und Co.

Durch den falschen Schnuller oder durch Daumenlutschen können die Zahn- und Kieferentwicklung nachhaltig gestört werden. Ist der Schnuller zu dick, können die Frontzähne ungünstig bewegt werden, es kommt zu einem offenen Biss. Drückt der Schnuller zu sehr auf den Gaumen, entsteht ein hohes Gaumengwölbe und der Oberkiefer ist zu schmal. Besteht hingegen zu viel Druck auf den Unterkiefer, kann es zu einer Rücklage des Kinns kommen. Ähnliche Folgen hat das übermäßige Daumenlutschen. Der Daumen kann die Frontzähne nach oben schieben, was zur Bissöffnung führt. Zusätzlich drückt die Hand den Unterkiefer nach hinten, was zur Rücklage des Kiefers führen kann.

Auch für die Zähne besteht ein erhöhtes Risiko mit Schnuller und Co. Wenn die Eltern den Schnuller reinigen, indem sie ihn ablecken, können Bakterien vom Elternteil auf das Kind übertragen werden. Auch das Daumenlutschen kann Bakterien in die Mundhöhle übertragen.

Behandlung der Spätfolgen

Wie oben erwähnt, sind die Spätfolgen von Schnuller und Daumenlutschen häufig der offene Biss, die Unterkieferrücklage und ein zu schmaler Oberkiefer. Weitere Folgen sind, dass sich das Schluckmuster nicht physiologisch entwickeln kann, außerdem kann es zum Lispeln kommen. Zahnengstand, Platzmangel und Durchbruchstörungen können die Folge von fehlerhafter Kieferentwicklung sein. Als Therapie wird oft eine kieferorthopädische Behandlung nötig, außerdem Logopädie, um das regelrechte Schlucken und Sprechen zu fördern.

Zahnärztliche Empfehlung

Um die genannten Spätfolgen zu vermeiden, gibt es einige wichtige Hinweise zu beachten.

Die Schnuller sollten anatomisch geformt sein, also ein medizinischer Schnuller sein. Der Zapfen sollte flach sein, um unnötigen Druck auf Oberkiefer und Frontzähne zu vermeiden. Das Schild sollte aus weichem Silikon sein und vom Unterkiefer einen kleinen Abstand haben, sodass sich der Kiefer frei entwickeln kann. Der Schnuller sollte nie mit Speichel gereinigt werden, um Bakterienübertragung zu vermeiden.

Wichtig ist außerdem sowohl für Schnuller als auch für das Daumenlutschen, dass spätestens mit dem zweiten Lebensjahr eine Abgewöhnung stattfinden sollte, um Spätfolgen zu vermeiden.

Fazit: Um die gesunde Entwicklung Ihres Kindes zu unterstützen, empfehlen wir die sparsame Verwendung von Schnullern und eine frühzeitige Abgewöhnung. Außerdem ist die regelmäßige Kontrolle des kindlichen Gebisses wichtig, um Fehlstellungen und -entwicklungen frühzeitig zu entdecken und ihnen effektiv entgegenzuwirken. Wir kümmern uns in unserer Zahnarztpraxis Torhaus gerne um unsere kleinen Patienten und Patientinnen. Vereinbaren Sie gleich hier einen Termin.

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